SEQUENZEN

SEQUENZEN

1997/98 Frauenmuseum Bonn, Kunsthalle Dominikanerkirche Osnabrück, Galerie am Fischmarkt Erfurt
Gabriele Münter Preis 1997

Dr. phil. Gerlinde Förster, Katalogtext Gabriele Münter Preis 1997

Ihrer auf Räume konzentrierten Arbeit liegt ein Prozeß zugrunde, der seit Anfang der 90er Jahre von einer Veränderung in der Sicht auf Raum und Zeit begleitet war. Unter dem Eindruck der sozialen Neuordnung im Osten Deutschlands und einem Lebensgefühl von Macht und Ohnmacht gegenüber zunehmender Anonymität und  Vereinzelung in der Gesellschaft wird ihr die Abhängigkeit unserer Existenz von Raum- und Zeitstrukturen in tieferer Dimension bewußt. Fortan sucht sie Wege, ihre Wahrnehmungen mit ihren Installationen künstlerisch umzusetzen. So geht es ihr auch mit der „Jalousie“ immer um das Dahinter. Unsichtbares sichtbar zu machen ist ihr Anliegen. Und Sehen bedeutet für sie: das mit allen Sinnen erfahrene Durchdringen von Innen und Außen bei größter Konzentration in Material und Form.
Die in dieser Lichtinstallation erreichte Reduktion in den Mitteln ist nicht nur essentieller Ausdruck ihres künstlerischen Konzeptes. Sie ist zugleich Zeichen ihres Widerstehens gegenüber ablenkendem und verführendem Überfluß. Konzentration und Reduktion werden damit zu einer über die Kunst hinaus gültigen Botschaft.